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Eheliche Gewalt und Zwangsheirat

Ausländische Staatsangehörige sind überdurchschnittlich stark von häuslicher Gewalt betroffen. Dies zeigen verschiedene Erhebungen. Migration führt zu Belastungen, die als Risikofaktoren von häuslicher Gewalt anerkannt sind. Dazu gehören prekäre Arbeitsbedingungen oder Arbeitslosigkeit, soziale Isolation, Anpassungsstress und Gewalterfahrungen vor der Migration. Aus Angst vor dem Verlust der Aufenthaltsbewilligung scheuen sich viele der betroffenen Migrantinnen und Migranten davor, Hilfe zu holen und sich vom gewaltausübenden Partner zu trennen.

Häusliche Gewalt und Aufenthaltsrecht

Personen im Familiennachzug, die Gewalt erleben und sich trennen, können eine eigenständige Aufenthaltsbestimmung erhalten. Sie müssen dazu die Gewalterfahrungen nachweisen und Arztzeugnisse, Polizeirapporte und Berichte von Opferberatungsstellen vorlegen (Art. 50 AuG und Art. 77 VZAE). Opfern wird empfohlen, eine Beratung bei einer spezialisierten Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen.

Die Migrationsbehörden haben die Möglichkeit, bei Kenntnis häuslicher Gewalt Integrationsvereinbarungen mit den Gewaltausübenden oder auch den Gewaltbetroffenen abzuschliessen. Darin werden Auflagen gemacht, wie zum Beispiel ein Lernprogramm zu besuchen. Die Migrationsbehörde kann die Erteilung oder Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung von der Einhaltung der Auflagen abhängig machen.

Zwangsheirat und Zwangsehe

Eine Zwangsheirat liegt vor, wenn Betroffene – meist junge Erwachsene – zu einer Heirat gezwungen werden. Bei einer Zwangsehe wird Druck auf Personen ausgeübt, eine Ehe gegen ihren Willen aufrecht zu erhalten.

Zwangsheirat und Zwangsehe stellen eine Menschenrechtsverletzung dar. Ehen, die unter Zwang geschlossen worden sind, können als ungültig erklärt werden. Betroffene erhalten unter Umständen ein eigenständiges Aufenthaltsrecht. Personen, die zum Eheschluss oder zur Aufrechterhaltung einer Ehe Zwang und Drohungen ausübten, können strafrechtlich verfolgt werden.

Von Zwangsehen und Zwangsheiraten können Frauen und Männer betroffen sein. Betroffene erhalten Unterstützung bei Opferhilfeberatungsstellen und unter zwangsheirat.ch.

Trennung und Aufenthaltsrecht

Vergleiche Frage 17 unter «Häufige Fragen (FAQ)»: Verliert ein verheiratetes Opfer bei Trennung wegen häuslicher Gewalt das Aufenthaltsrecht in der Schweiz?


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