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Vorgehen bei einer Trennung

Häusliche Gewalt ist nicht immer ein Grund, sich zu trennen. Entscheidet sich ein Paar für eine gemeinsame Zukunft, entsteht teilweise der Wunsch nach einer Paarberatung oder Paartherapie. Je nach Situation kann jedoch zu Beginn eine Einzelberatung – sowohl für die gewaltausübende Person als auch für die gewaltbetroffene Person – hilfreicher sein. Denn eine solche Beratung bietet Raum für die Auseinandersetzung mit der ganz persönlichen Situation.

Zögern Sie nicht, sich bei der Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt über die verschiedenen Möglichkeiten informieren zu lassen!

Ehetrennung

Entschliesst sich ein gewaltbetroffener Gatte oder eine gewaltbetroffene Gattin, sich zu trennen, kann die Trennung – nicht aber die Scheidung – grundsätzlich ohne ein Gericht erfolgen. Trotz der schwierigen Situation ist auch eine gütliche Einigung denkbar.

Gilt es aber, die Elternrechte (insbesondere die Kinderbetreuung, das Besuchsrecht, die Kinderalimente), sowie allfällige Unterhaltsbeiträge an den betreuenden Elternteil festzulegen, ist eine Regelung durch das Gericht vor allem dann notwendig, wenn danach Sozialhilfe beansprucht werden muss.

Die Klage kann beim zuständigen Regionalgericht eingereicht werden. In der Regel muss ein Kostenvorschuss geleistet werden, der entfällt, wenn die klagende Person nachweislich auf dem Existenzminimum lebt. Ein entsprechender Antrag muss gestellt werden.

Regelung der Elternrechte

Wurden Kinder durch Gewalt direkt gefährdet und ist das Kindswohl nachweislich beeinträchtigt, kann unter Umständen das Betreuungsrecht beziehungsweise das Besuchsrecht von der Erfüllung von Auflagen abhängig gemacht werden (z.B. Absolvierung des Lernprogramms, Suchtbehandlung etc.). Das Gericht wird in der Regel den kommunalen Sozialdienst mit Abklärungen beauftragen.

Wirtschaftliche Hilfe nach der Trennung

Ist der betreuende Elternteil auf die Zahlung der Kinderalimente angewiesen und ist er selbst vermögenslos, kann er beim zuständigen Sozialdienst die Kinderalimente bevorschussen lassen, wenn diese in einem gerichtlichen Urteil festgesetzt sind. Ist die betreuende Person auf finanzielle Beiträge angewiesen, weil sie sich zum Beispiel um Kleinkinder kümmern muss, kann unter gewissen Voraussetzungen die Sozialhilfe unterstützen.

Hat der betreuende Elternteil bis zur Trennung noch nicht gearbeitet oder ist er darauf angewiesen, mehr zu arbeiten und findet keine Stelle, hat er unter Umständen einen beschränkten Taggeldanspruch der Arbeitslosenversicherung. Dafür muss sie/er sich bei der regionalen Arbeitsvermittlung RAV anmelden.

Unter Umständen kann von der Opferhilfe unmittelbar nach dem Gewaltvorfall eine wirtschaftliche Überbrückungshilfe für wenige Tage beansprucht werden.

Verbleiberecht trotz Trennung

Vergleiche Frage 17 unter «Häufige Fragen (FAQ)»: Verliert ein verheiratetes Opfer bei Trennung wegen häuslicher Gewalt das Aufenthaltsrecht in der Schweiz? (Vgl. auch Migration)


Weitere Informationen

der Berner Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt

 


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Informationen über diesen Webauftritt

http://www.pom.be.ch/pom/de/index/direktion/ueber-die-direktion/big/Trennung.html