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Notfallschutz KKW

(Quelle: ENSI / BSM)

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Das Ziel des Notfallschutzes besteht darin, den Schutz der Bevölkerung bei einem Störfall in einem Kernkraftwerk (KKW) bestmöglich sicherzustellen. Die Zuständigkeit für die Bewältigung von Ereignissen mit erhöhter Radioaktivität liegt beim Bund. Die Umsetzung der konkreten Schutzmassnahmen (z.B. Evakuierung, Verkehrsumleitung, etc.) ist weitgehend Sache der Kantone und der Gemeinden, aber auch der Betriebe, Schulen, Heime, Spitäler und der betroffenen Bürgerinnen und Bürger selbst. Mit dem Befolgen der behördlichen Verhaltensanweisungen trägt jeder einzelne wesentlich zu seinem eigenen Schutz und zu dem seiner Mitmenschen bei.

Notfallschutzzonen

Die Schweiz verfügt über fünf KKW an vier Standorten:

Rund um diese KKW werden zwei Notfallschutzzonen (kurz «Zonen») unterschieden: die Zone 1 mit einem Radius von 3-5 Kilometern und die Zone 2 mit einem Radius von ca. 20 Kilometern.

93 bernische Gemeinden liegen in den Zonen 1 und 2 um das stillgelegte KKW Mühleberg, vier weitere Gemeinden befinden sich in der Zone 2 um das KKW Gösgen (das KKW Mühleberg ist seit Dezember 2019 ausser Betrieb und wird bis 2034 zurückgebaut; das KKW Gösgen verfügt über eine unbefristete Betriebsbewilligung).

Das übrige Gebiet der Schweiz (ausserhalb der Notfallschutzzonen 1 und 2) wird als «Zone 3» bezeichnet.

Zonenplan «Notfallschutz KKW» mit Zone 1 (rot) und Zone 2 (gelb). Quelle: Geoportal

Bild vergrössern Zonenplan «Notfallschutz KKW» mit Zone 1 (rot) und Zone 2 (gelb). Quelle: Geoportal

Vorbereitungen der Behörden

Im Rahmen periodischer Schulungen werden Vertreter der Gemeinden und Führungsorgane, Kommandanten der kommunalen Einsatzdienste und Sicherheitsbeauftragte von Betrieben, Schulen, Heimen und Spitälern im Hinblick auf ihre Aufgaben bei einem KKW-Störfall geschult. Sie sorgen für die Einsatzbereitschaft ihrer Alarmorganisation und setzen im Ereignisfall zusammen mit den kantonalen Stellen die Notfallschutz-Massnahmen um.

Die Vorsorgeplanung des Kantons Bern im Hinblick auf KKW-Störfalle umfasst folgende Themen:

  • Warnung und Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung
  • Massnahmen der Führungsorgane, Betriebe, Schulen, Heime und Spitäler sowie der Verkehrsbetriebe
  • Information der Bevölkerung im Ereignisfall
  • Sperrung der Zone 1 des KKW Mühleberg
  • Persönliche Schutzausrüstung für Einsatzdienste
  • Strahlendosis-Überwachung (Dosimetrie) der Einsatzkräfte
  • Vorsorgliche Evakuierung der Zone 1 des KKW Mühleberg
  • Aufnahme von evakuierten Personen
  • Betrieb einer «Beratungsstelle Radioaktivität» für die betroffene Bevölkerung
  • Analyse von Lebens- und Futtermitteln

Hinweis

Die Stilllegung des KKW Mühleberg per Ende 2019 hat dazu geführt, dass die organisatorischen Vorbereitungen zur Verteilung von Jodtabletten im Kanton Bern überprüft wurden (ausführlichere Standortbestimmung siehe unten).

Zusatzinformationen zur Verteilung der Jodtabletten ab 2020

a) vorsorgliche Verteilung (Zonen 1 / 2 KKW Mühleberg)

Alle zehn Jahre werden im 50 km-Umkreis der Schweizer Kernkraftwerke Jodtabletten (Kaliumiodid 65 AApot) an die Bevölkerung verteilt. Nachdem das Kernkraftwerk Mühleberg am 20.12.2019 den Leistungsbetrieb endgültig eingestellt hat, stellt sich die Frage nach der weiteren Notwendigkeit dieser vorsorglichen Schutzmassnahme. Da die letzten radioaktiven Brennelemente erst per Ende 2024 aus Mühleberg abtransportiert werden, wird die Bevölkerung gebeten, die bereits verteilten Jodtabletten bis auf weiteres aufzubewahren. Die im Zeitraum zwischen Oktober 2014 bis August 2015 per Post an die privaten Haushalte und Betriebe verteilten Jodtabletten erreichen ihr Verfalldatum erst per 2025 und stehen damit im Notfall weiterhin zur Verfügung. In welchen Gebieten die vorsorgliche Abgabe erfolgt ist, lässt sich aus der interaktiven Karte ersehen.

Bis Ende 2024 werden Neuzuzüger im 50-Kilometer-Radius um des KKW Mühleberg anlässlich der Anmeldung bei der Gemeindeverwaltung weiterhin mit einem Bezugsschein für den kostenlosen Bezug ihrer Jodtabletten (Kaliumiodid 65 AApot) in einer Apotheke oder Drogerie bedient. Gegebenenfalls können bei der Geschäftsstelle Kaliumiodid-Versorgung Bezugsscheine nachbestellt werden. Wer noch ältere, abgelaufenen Packungen besitzt oder definitiv aus dem Verteilperimeter wegzieht, kann die Jodtabletten zur fachgerechten Entsorgung jederzeit in der nächsten Apotheke oder Drogerie abgeben. Abgelaufenen Jodtabletten gehören nicht in den Hausmüll.

b) Dezentrale Einlagerung der Jodtabletten (übrige Schweiz)

Im Hinblick auf Transportunfälle oder anderer Arten der Freisetzung von Radioaktivität werden auch in der übrigen Schweiz Jodtabletten vorgehalten. Diese werden im Kanton Bern pro Verwaltungskreis dezentral eingelagert und im Bedarfsfall durch den Zivilschutz innert 12 Stunden bis auf Stufe Gemeinde verteilt. Da die bisher eingelagerten Tabletten per Ende 2019 abgelaufen sind, erfolgt im Jahr 2020 ein Austausch.

Information für Lagerstandorte:

Die Verantwortlichen der Lagerstandorte werden durch das BSM und die Verteilorganisation ATAG direkt mit den notwendigen Informationen bedient. Bei dieser Gelegenheit wir das bestehenden Verteilkonzept überarbeitet und durch das BSM bis spätestens Ende 2020 verteilt.


Weitere Informationen

Die neue Alertswiss-App und Alertswiss-Website ergänzen die Alarmierung mit zeitgemässen Kanälen.

Informationen – Vorlagen – Planungsgrundlagen – Kurse für Gemeinden und Führungsorgane

 


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