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Bewährungshilfe

Das Angebot

Bewährungshilfe umfasst zum einen die angeordnete Bewährungshilfe auf Anordnung einer Behörde und zum andern die freiwillige soziale Unterstützung. Dabei wird nach dem Konzept der durchgehenden Betreuung eine kontinuierliche Unterstützung der Klientel angestrebt.

Mit der Bewährungshilfe begleiten die BVD angeschuldigte und verurteilte Menschen während der Untersuchungshaft, des Straf- oder Massnahmenvollzugs, nach einer bedingten Entlassung oder während einer bedingten Strafe.

Mit den Methoden der Sozialarbeit bietet sie persönliche Beratung und Sachhilfe in den Bereichen Wohnen, Arbeit/Ausbildung/Freizeit, Finanzen, Beziehungen, Gesundheitsvorsorge/Therapie. Sie arbeitet deliktbezogen und risikoorientiert und erstellt im Auftrag von Behörden Sozialberichte. Sie überwacht die Einhaltung behördlich verfügter Weisungen und Auflagen.

Für die soziale Unterstützung der Klientinnen und Klienten setzen die BVD rund 200 freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein.

Die Bewährungshilfe arbeitet mit Dritten zusammen, um benötigte, aber fehlende Unterstützungsangebote bereitstellen zu können. In Zusammenarbeit mir der Felber-Stiftung für soziale Integration liegt der Schwerpunkt hierbei auf betreuten Wohnungen und geschützten Arbeitplätzen.

Für die unbürokratische finanzielle Unterstützung der Klientel in Notfällen pflegt die Bewährungshilfe einen Fonds, der von Spenden vor allem der Landeskirchen unterstützt wird.

Durch den Einsatz der Bewährungshilfe soll das Risiko eines Rückfalls vermindert und die soziale Integration gefördert werden.

 

Durchgehende Betreuung

Die Bewährungshilfe arbeitet nach dem Konzept der durchgehenden Betreuung, das im Leitbild der Schweizerischen Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Bewährungshilfen verankert ist.

Das Konzept beinhaltet eine kontinuierliche Begleitung von Klientinnen und Klienten in allen Phasen des Strafverfahrens und des Strafvollzuges und zwar durch dieselbe Bewährungshelferin bzw. denselben Bewährungshelfer oder mindestens durch denselben Bewährungshilfe-Dienst. 

Personen können eine soziale Betreuung freiwillig und frühzeitig in Anspruch nehmen, auch wenn (noch) keine Bewährungshilfe verfügt wurde.

Die fallführenden Bewährungshelferinnen oder Bewährungshelfer setzen bei Bedarf freie Mitarbeitende für die ergänzende soziale Unterstützung der Klientel ein.

Geschichte der Bewährungshilfe 

Seit dem 19. Jahrhundert wird die Gefangenenfürsorge - zunächst meist von Ehrenamtlichen aus kirchlichen Kreisen - angeboten. Mehrere Male wurde versucht, die Gefangenenfürsorge im Kanton Bern in Vereinsstrukturen zu etablieren.

Im Kanton Bern wurde 1911 die Schutzaufsicht per Dekret zur staatlichen Aufgabe erklärt und ein kantonales Schutzaufsichtsamt eingerichtet (im Kanton St.Gallen als erstem Kanton bereits 1839). Unter dem Einfluss der Sozialarbeit wurden schon damals die Ziele "Kontrolle/Aufsicht" und "individuelle Förderung" kontrovers diskutiert.

In den 70-er Jahren etablierte sich, vom Kanton Bern massgebend getragen, in der Fachwelt das Konzept der "durchgehenden Betreuung": Straffällige sollten während der Dauer des Strafverfahrens und des Strafvollzugs von der selben Fachstelle begleitet und unterstützt werden. Dabei steht die Förderung der Klienten und Klientinnen gemäss ihren Bedürfnissen, Stärken und Schwächen im Zentrum mit den Zielen der Integration und der Förderung eines straffreien Lebens.

1986 wurde das Ressort "Freie Mitarbeit" gegründet. Damit erhielten die freien Mitarbeitenden zunehmend eine professionelle Einführung und Weiterbildung für dieses oft schwierige Wirkungsgebiet. Das Modell der Freien Mitarbeit des Kantons Bern als Ergänzung zur professionellen Bewährungshilfe fand schweizweit und über die Landesgrenzen hinaus Beachtung.

Mit der "Verordnung über den Vollzug freiheitsentziehender Sanktionen an Erwachsenen und das Gefängnis- und Anstaltswesen im Kanton Bern" (Strafvollzugsverordnung) vom 28. Mai 1986 wurde für die Schutzaufsicht des Kantons Bern das Konzept der durchgehenden Betreuung festgelegt. Gleichzeitig wurden Einsatz und Weiterbildung von freien Mitarbeitenden als gesetzlicher Auftrag aufgenommen.

In den 90er Jahren wurden in der Schweiz wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem angelsächsischen Raum ("What works?") zunehmend aufgegriffen, die empirisch die Wirksamkeit unterschiedlicher Interventionsmethoden untersuchten. Unter dem Begriff "risikoorientierte Bewährungshilfe" wird heute vermehrt darauf abgezielt, die Interventionen der Bewährungshilfe auf eine standardisierte Fallanalyse abzustellen, um damit kriminogenen Faktoren gezielter zu begegnen.

Mit der Revision des schweizerischen Strafgesetzbuches per 1. Januar 2007 wurde diese Ausrichtung aufgenommen und als Auftrag der Bewährungshilfe festgelegt:
"Mit der Bewährungshilfe sollen die betreuten Personen vor Rückfälligkeit bewahrt und sozial integriert werden." (Art. 93 StGB)


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https://www.pom.be.ch/pom/de/index/freiheitsentzug-betreuung/einweisungsbehoerde/bewaehrungshilfe.html