Suchbereich

Stichwörter von A bis Z

Navigation




Progressionsstufen

Um die Entlassung der verurteilten Person vorzubereiten, wird der Vollzug von Freiheitsstrafen oder Massnahmen bei gegebenen Voraussetzungen stufenweise durchgeführt, sofern die Art und die Dauer des Freiheitsentzugs/der Massnahme sowie der Zustand und das Verhalten der eingewiesenen Person dies erlauben.

Die Person erhält im Verlauf des Vollzugs zunehmend mehr Freiheiten, hat aber auch mehr Eigenverantwortung zu übernehmen. Die Progressionsschritte, d.h. der Übertritt in eine nächste Vollzugsstufe erfolgen in Abstimmung mit dem Vollzugs- resp. Therapieplan.

Als Progressionsstufen gelten

  • unbegleiteter Ausgang und Urlaub
  • Wohn- und/oder Arbeitsexternat
  • Electronic Monitoring („Backdoor“-Variante)
  • bedingte Entlassung

Die BVD sind im Kanton Bern die zuständige Strafvollzugsbehörde, welche die Progressionsstufen eingehend prüft und entsprechend bewilligt oder ablehnt. 

Arbeitsexternat (AEX)

Im Arbeitsexternat arbeitet die verurteilte Person extern, d.h. ausserhalb der Justizvollzugsanstalt, und verbringt die Ruhe- und Freizeit in der Vollzugsinstitution. Das AEX ist die Stufe nach dem stationären Straf- oder Massnahmenvollzug und vor dem Wohn- und Arbeitsexternat. Es dient der schrittweisen Eingliederung der Eingewiesenen. Ein AEX wird grundsätzlich nach der Hälfte der Strafe, in der Regel frühestens sechs Monate nach Antritt der Strafe oder Massnahme verfügt, sofern nicht zu erwarten ist, dass die Person im Rahmen dieser Vollzugsöffnung flieht oder weitere Straftaten begeht. Das AEX dauert nicht mehr als zwölf Monate. Auch in dieser Phase des Vollzug untersteht die Person der Vollzugsbehörde.

Wohnexternat (WEX)

Im Wohnexternat lebt die verurteilte Person ausserhalb der Vollzugsinstitution, untersteht jedoch weiterhin der Strafvollzugsbehörde. Ein Wohnexternat wird in der Regel erst verfügt, wenn sich die Person im Arbeitsexternat (AEX) bewährt hat. Normalerweise wird das Wohnexternat mit einem Arbeitsexternat kombiniert.

Wohn- und Arbeitsexternat (WAEX)

Bewährt sich die Person im Arbeitsexternat, erfolgt der weitere Vollzug in der Regel in Form des Wohn- und Arbeitsexternats. Hier wohnt und arbeitet die Person ausserhalb der Vollzugsinstitution, untersteht jedoch weiterhin der Strafvollzugsbehörde.

Electronic Monitoring (EM) Variante Back Door

Beim Electronic Monitoring (EM) erfolgt eine elektronische Überwachung in Form eines Senders, welcher am Fussknöchel der verurteilten Person angebracht wird. Gleichzeitig wird in ihrer Wohnung ein Empfänger installiert. In Zusammenarbeit mit der verurteilten Person wird zuvor ein Vollzugsprogramm in Form eines strukturierten und verbindlichen Tages- bzw. Wochenablaufs festgelegt. Wenn der Sender eine nicht programmierte Abwesenheit registriert, meldet der Zentralcomputer die Abwesenheit.

Für die Gewährung des EM wird u.a. vorausgesetzt, dass die Person über einen festen Wohnort verfügt und einer geregelten Arbeit, Ausbildung oder Beschäftigung nachgeht. Es darf ebenfalls keine Flucht- oder Gemeingefahr vorliegen. Die verurteilte Person leistet einen Kostenbeitrag pro Vollzugstag.

EM kann im Sinne einer Progressionsstufe anstelle eines Arbeits- und Wohnexternats zur Anwendung kommen, sofern die Freiheitsstrafe mindestens achtzehn Monate dauert. Das EM dient in dieser Form als Übergangsstufe zwischen dem Vollzug in einer Institution und der Entlassung.


Weitere Informationen

 


Mein Warenkorb ([BASKETITEMCOUNT])

Informationen über diesen Webauftritt

https://www.pom.be.ch/pom/de/index/freiheitsentzug-betreuung/einweisungsbehoerde/einweisung_und_vollzug/Progressionsstufen.html