Suchbereich

Stichwörter von A bis Z

Navigation




Gemeinnützige Arbeit

Ist nicht zu erwarten, dass die verurteilte Person flieht oder weitere Straftaten begeht, so können die BVD den Vollzug der Freiheitsstrafe auf Gesuch hin in Form von gemeinnütziger Arbeit (GA) bewilligen. 

Dabei darf die ausgesprochene Freiheitsstrafe nicht mehr als sechs Monate dauern, bzw. die verbleibende Reststrafe darf nach Anrechnung der Untersuchungshaft nicht mehr als sechs Monate betragen. Zudem kann eine Geldstrafe oder eine Busse in Form der GA vollzogen werden. Für den Vollzug einer Ersatzfreiheitsstrafe (bereits umgewandelte Geldstrafe oder Busse) ist die GA jedoch ausgeschlossen. 

Vier Stunden gemeinnütziger Arbeit entsprechen einem Tag Freiheitsstrafe, einem Tagessatz Geldstrafe oder einem Tag Ersatzfreiheitsstrafe bei Übertretungen. Die Höchstdauer der GA beträgt demnach 720 Stunden. 

Die GA ist zugunsten von sozialen Einrichtungen, Werken in öffentlichem Interesse oder hilfsbedürftigen Personen zu leisten. Sie wird unentgeltlich geleistet. Die BVD arbeiten im Kanton Bern mit rund 300 Einsatzbetrieben zusammen. Ein persönliches Erstgespräch mit den Verurteilten, sorgfältige Auswahl der Einsatzorte und die Begleitung während des Einsatzes sind die Erfolgsfaktoren des bernischen Modells für den Vollzug der GA, das schweizweit führend ist.

Die Vollzugsbehörde bestimmt dem Verurteilten eine Frist von höchstens zwei Jahren, innerhalb der er die gemeinnützige Arbeit zu leisten hat. Bei gemeinnütziger Arbeit zum Vollzug einer Busse beträgt die Frist höchstens ein Jahr.

 

Die Geschichte der Gemeinnützigen Arbeit

Mit Verfügung des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements vom 1.3.1991 wurde dem Kanton Bern die Bewilligung zur Einführung der GA als alternative Vollzugsform erteilt. Im Modellversuch von Juli 1991 bis Februar 1994 wurde die Durchführung erprobt und wissenschaftlich ausgewertet. Im Rahmen des Modellversuchs konnten Freiheitsstrafen bis zu einer Dauer von 30 Tagen in Form von GA verbüsst werden nach dem Umrechnungsschlüssel: Ein Tag Freiheitsentzug entspricht acht Stunden GA.

Nach der positiven Bilanz im Auswertungsbericht des Modellversuches wurde die GA in der Verordnung zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, die 1996 in Kraft trat, als Alternativstrafe für Freiheitsstrafen bis zu einer Dauer von drei Monaten aufgenommen. Von da an entsprechen ein Tag Freiheitsentzug vier Stunden gemeinnütziger Arbeit.

1995 übernahm die Bewährungshilfe des Kantons Bern die Durchführung des Bussenabverdienens von den Regierungsstatthalterämtern. Gleichzeitig stieg der Anteil der GA-Leistenden mit Suchtmittelproblemen. Für diese Zielklientel wurde 1995 ein Waldeinsatzprogramm in Bern und 1997 eines in Biel/Bienne geschaffen. Im Jahr 2000 wurde eine Dienstleistungsvereinbarung mit der Felber-Stiftung für soziale Eingliederung abgeschlossen. Die „Sonderprogramme GA“ wurden seither von dieser Stiftung geführt und ausgebaut.

Das 2007 inkraftgesetzte revidierte Strafgesetzbuch beinhaltete eine vollständige Neuordnung des Sanktionensystems und bezweckte u.a. die Ersetzung der kurzen Freiheitsstrafen durch andere Sanktionsarten (Geldstrafen und gemeinnützige Arbeit). Im Gesetz wird die GA in Art. 79a StGB geregelt (in Kraft seit dem 1.1.2018).

Person welche gemeinnützige Arbeit leistet bei der Arbeit in eine Spitalküche

Gemeinnützige Arbeit: z.B. in der Küche eines Spitals



Weitere Informationen

 


Mein Warenkorb ([BASKETITEMCOUNT])

Informationen über diesen Webauftritt

https://www.pom.be.ch/pom/de/index/freiheitsentzug-betreuung/einweisungsbehoerde/regionalstellen/gemeinnuetzige_arbeit.html